28.01.2026 | Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in der Region SüdOstNiedersachsen kritisiert die Arbeitgeberseite im Prozess um die Zukunft des Standortes beim Großunternehmen und LKW- und Busproduzenten MAN in Salzgitter und fordert politische Weitsicht.
Gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Metall ging der Betriebsrat von MAN am 25. Januar 2026 an die Presse und beklagte die fehlende Kompromissbereitschaft der Unternehmensführung. Es gebe nur einen einseitig konstruktiven Einsatz für ein Fortbestehen des Standorts: den der Belegschaft. DGB-Regionsgeschäftsführerin Agnieszka Zimowska bezieht dazu klare Position: „Was wir hier erleben, ist eine verantwortungslose und rückwärtsgewandte Arbeitgeberstrategie. Ohne Not werden Schließungsszenarien und Standortverlagerungen propagiert. Die Beschäftigten liefern Zukunftskonzepte, das Unternehmen stellt Renditen an erste Stelle. Mit fatalen Folgen für Stadt und Region Salzgitter. Das darf keine Schule machen. Wer Kahlschlag sät, weckt den Sturm der Solidarität.“ Die Gewerkschafterin sieht hinter dem Vorgehen des Unternehmens am Industriestandort Salzgitter eine Blaupause, die den Wandel der Automobilbranche von seiner konzeptlosesten Seite zeige.
Markus Hulm, DGB Stadtverbandsvorsitzender Salzgitter und 2. Bevollmächtigter der IG Metall-Geschäftsstelle Salzgitter-Peine, schätz die Situation ebenso ein. Tariflich abgesicherte Arbeitsplätze sind gefährdet. Zuversicht und Sicherheit für die Beschäftigten werden in den Wind geschossen. In politisch umkämpften Zeiten müsse neben der Politik, erst recht die Wirtschaft für Stabilität und Verantwortung einstehen. „Als Gewerkschaften der Region stehen wir an der Seite der MAN-Beschäftigten. Wir fordern den Arbeitgeber auf, wirtschaftliche und politische Weitsicht an den Tag zu legen. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos zum Tag der Arbeit: Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“, so IG Metall-Gewerkschafter Hulm.
(Pressemitteilung des DGB Region SON)