Die IG Metall in SüdOstNiedersachsen

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MAN Salzgitter steht für eine Stunde still

Eine Informationsveranstaltung durch den Betriebsrat legt MAN Nutzfahrzeuge in Salzgitter für eine Stunde lahm. Der Betriebsrat informierte die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen beim Arbeitgeberverband. Diese Verhandlungen wurden gestern ohne Ergebnis unterbrochen. Nach zwei gescheiterten Schlichtungen und den nun unterbrochenen Verhandlungen zwischen IG Metall, Betriebsrat, MAN und Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall in Hannover hat der Betriebsrat die Belegschaft heute umfassend über den Verhandlungsverlauf informiert.

Andreas Link, MAN-Betriebsrat

Matthias Wilhelm, IG Metall Salzgitter

Carsten Bremer, IG Metall Salzgitter

Alle Beschäftigten kamen zu der Informationsveranstaltung des Betriebsrats, die in einer der Werkshallen auf dem Werksgelände stattfinden musste.

Die Verhandlungsführung der MAN Vertreter in der Verhandlung war völlig inakzeptabel. Die MAN-Vertreter bestehen weiterhin auf eine Arbeitszeit von 40-Stunden ohne Lohnausgleich, auf Kürzungen des Tarifurlaubes und auf Entfall von Weihnachtsgeld und zusätzlichem Urlaubsgeld.

Damit  unterstreicht MAN seinen Willen zum Tarifbruch und bricht alle Versprechen gegenüber den Beschätigten und allen an der Enstehung des Standorttarifes Beteiligten aus dem Jahr 2007 und 2008. Darunter auch der damalige Ministerpräsident und heutige Bundespräsident Christian Wulff sowie Mitglieder des Aufsichtsrates von Volkswagen.

Andreas Link vom Betriebsrat berichtete den Beschäftigten direkt aus der gestrigen Verhandlung, „Wir fragen uns alle, wie unsere Leute bei einem Stundenlohn von 8,03 Euro überhaupt davon leben sollen. MAN verfolgt hier die selbe Strategie, wie sie bereits Schlecker versucht hat, aber ein zweites Schlecker werden wir nicht zulassen!“

Matthias Wilhelm von der IG Metall Salzgitter-Peine versprach den versammelten Mitarbeitern, dass sie nicht alleine gelassen werden. Die Kolleginnen von Volkswagen und weiteren Betrieben werden ihnen zur Seite stehen, wie sie es bereits 2007 getan haben. Wenn MAN diesen Protest will, dann werden Sie ihn auch bekommen.

Die besondere Situation der Auszubildenden in diesem Streit stellte Carsten Bremer, von der IG Metall Salzgitter-Peine, noch einmal deutlich hervor: „Gerade die Auszubildenden und die Jungfachkräfte, die nur befristet beschäftigt sind, werden hier unter Druck gesetzt und eingeschüchtert um in die Logistik GmbH zu wechseln. Die MAN werden ganz gezielt die Schwächsten aus den Reihen der Beschäftigten angegangen um die Belegschaft zu spalten. Hier ist Jugend nicht Zukunft sondern Spielball der Bosse!“

Betriebsrat und IG Metall haben jetzt rechtliche Schritte eingeleitet, um dem Bruch des Standorttarifvertrages und dem Ausschleichen aus dem Tarifvertrag zu begegnen. Jetzt werden wir die Informationen an die Betriebsräte der Werke München und Nürnberg sowie an andere IG Metall-Gremien weiterleiten.

(15.11.2010)

 


 
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